Archiv, Einblicke

Gespannte Stille – Ein Tag an der Sophie-Scholl-Gesamtschule, Hamm

Heute waren Sarah, Sophie und ich, Ruth, für einen Projekttag an der Sophie-Scholl-Gesamtschule in Hamm. Für Sophie und mich war es der erste Schulbesuch mit HEIMATSUCHER. Die Siebtklässler*innen waren mit dem Begriff »Holocaust« zunächst nicht vertraut, doch das Stichwort »Adolf Hitler« löste eine Menge Assoziationen aus und schnell war klar, dass die Schüler*innen bereits über ein gewisses Grundwissen verfügten. Konzentriert erarbeiteten sie die verschiedenen Gesetze, die in Deutschland ab 1933 erlassen worden waren, um die jüdischen Mitbürger*innen zu diskriminieren, von der Gesellschaft auszuschließen und schließlich in Konzentrationslager abzutransportieren.

Beeindruckend war aber vor allem zu sehen, wie gebannt die gesamte Klasse Sarah lauschte, als sie die Geschichte von Frieda Kliger erzählte. Waren die Schüler*innen zuvor immer mal wieder etwas unruhig, wie es typisch für eine 7. Klasse ist, so hätte man in diesem Moment eine Stecknadel fallen lassen können. Nur zwischendurch kam kurz Empörung auf, wenn Sarah beispielsweise erzählte, dass Friedas neue Lehrerin ihr der Einserschülerin auf einmal nur noch schlechte Noten gab, nur weil Frieda Jüdin war. Aber dann war es schnell wieder ganz still. Alle wollten wissen, wie Friedas Geschichte weiterging.

Anschließend hatten die Schüler*innen Zeit, sich individuell mit den Geschichten von Siegmund Pluznik, Rolf Abrahamson, Hannah Pick-Goslar oder Tibi Ram auseinanderzusetzen. Auch hier arbeiteten sie konzentriert und ganz selbständig.

Nachdem sie sich die Geschichten gegenseitig vorgestellt hatten, überlegten wir gemeinsam, die Bedeutung der Geschichten für uns heute. Zum Abschluss schrieben die Schüler*innen den Überlebenden kurze Briefe, in denen sie ihre Gedanken und Gefühle ausdrückten.

Liebe 7c, wir bedanken uns für einen wunderschönen Vormittag bei Euch!