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»Hallo, mein Name ist…« – Sarah erzählt von ihrer Teilnahme am 10. Kongress der Sozialwirtschaft

Kongress der Sozialwirtschaft

Häufig sind Menschen, mit denen ich über HEIMATSUCHER spreche, erstaunt über all das, was hinter den Kulissen stattfindet. Denn neben der unglaublich tollen Arbeit in Schulklassen, Ausstellungen, mit Zeitzeugen und auf Vorträgen wird unter anderem geschrieben, verwaltet, (strategisch) geplant, organisiert, kommuniziert, verhandelt und immer wieder genetzwerkt. 
Erst kürzlich durfte ich auf dem 10. Kongress der Sozialwirtschaft zu Gast sein. Meine offizielle Aufgabe: Zusammen mit drei anderen Sozialunternehmer*innen den Kongress beobachten, um am letzten Tag dann in einer Podiumsdiskussion ein kritisches Feedback zu geben.

Praktisch hat es bedeutet, dass ich vor allem mit Leuten gesprochen und eben genetzwerkt habe. Ziel: eine Annäherung zwischen den großen Kähnen der Wohlfahrt, erfahren und eventuell etwas behäbig, und uns Sozialunternehmer*innen, voller Elan für die Sache, aber mit weit weniger Erfahrung. Ich war gespannt. Hinter dem Titel: »Zukunftskongress der Sozialwirtschaft« verbarg sich zunächst einmal (zur Verdeutlichung leicht überzogen) ein großer Saal voller älterer Herren im Anzug – sämtlich Personen in Führungspositionen, zumeist aus der Wohlfahrtspflege. Inhaltlich drehten sich die zweieinhalb Tage ganz um das Thema Zukunft: Welche Megatrends werden die Sozialwirtschaft treffen? Wie kann man innovativ bleiben? Wohin entwickelt sich Arbeit im digitalen Zeitalter? Welche Rolle kann und soll Wirkung spielen? – Um nur einige der Themen der verschiedenen Vorträge und Workshops zu nennen.
Ok, einmal tief eingeatmet und hinein ins Getümmel: »Hallo, mein Name ist Sarah Hüttenberend. Ich bin geschäftsführende Vorsitzende von HEIMATSUCHER e.V. – ein Verein, der junge Menschen gegen Rassismus stark macht, indem wir die persönlichen Geschichten Holocaust-Überlebender für diese weitererzählen.« Der Satz kam mir in regelmäßigen Abständen über die Lippen.

Meine persönliche Erfahrung aus sieben Jahren HEIMATSUCHER mit dem Knüpfen von Kontakten wurde mir hier noch einmal bewusst: Lass Dich überraschen. Natürlich kann man gezielt Personen im Vorhinein recherchieren und mit einem klaren Ziel genau diese ansteuern. Das ist auch nicht unwichtig. Aber mindestens ebenso wertvoll sind die zufälligen Gespräche und die Ideen, Anknüpfungspunkte und Verbindungen, die ungeplant entstehen. Denn Innovation entsteht eben dort, wo auch der Raum für Interesse, spontane Kreativität und Freude an Unerwartetem ist.