Aktuelles, Einblicke

»Join the Anti-Rassismus-Crew«

Meinen ersten Schulbesuch absolvierte ich in Rottenburg an der Laaber, einer 5000-Seelen großen Kleinstadt, 50 Kilometer südlich von Regensburg gelegen. Wir besuchten das sonderpädagogische Förderzentrum der Astrid-Lindgren-Schule vor Ort, um dort 2 Tage lang über die Geschichten der Zeitzeug*innen und über Rassismus zu sprechen. Elke Haimerl, die Klassenlehrerin der Gruppe 8-9, die dort zusammenfällt und aus 11 Schüler*innen besteht, und ihre Klasse empfingen uns mit Freundlichkeit und Motivation.

Der Klasse, bestehend aus sehr unterschiedlichen Kindern, war ein ausgesprochen starker sozialer Zusammenhalt anzumerken. Sprachliche Probleme wurden im Spaß überwunden und einzelne Schüler*innen wurden als Teil der Gruppe wahrgenommen. Eine sehr liebe Klasse mit sehr freundlichen Kindern!

Am ersten Tag startete Katrin mit Henny Brenners Geschichte und führte die Schüler*innen dadurch an eine persönliche Auseinandersetzung mit der Thematik heran. Trotz dem stillen und zurückhaltenden Verhalten der Schüler*innen war zu spüren, dass die Geschichte sie bewegte und ihre Spuren hinterließ. Vertrauen – würde hier eine große Rolle spielen!

Beim gemeinsamen Mittagessen stärkten wir uns und das Vertrauen, da wir Zeit hatten die Schüler*innen besser kennen zu lernen und natürlich andersherum. Sie zeigten großes Interesse für die Arbeit der HEIMATSUCHER*innen und hielten auch nicht davor zurück, dies mitzuteilen. Auch wenn die Thematik erst einmal oberflächlich behandelt wurde, entwickelten diese Kinder ein Verständnis darüber, weshalb diese Arbeit so wichtig ist.

Am zweiten Tag hatte ich meine Bewährungsprobe. Einen gesamten Vormittag (+ halben Nachmittag) durfte ich gemeinsam mit der Klasse über das Thema Rassismus sprechen. Ein gemeinsames Brainstorming sorgte für eine Grundlage an Begriffen, über die wir uns im Laufe des Tages Gedanken machten, natürlich auch im Rückbezug auf den vorigen Tag.

Die Kinder hatten gute Ideen und auch Empathie für Opfer von Rassismus, nicht zuletzt auf Grund eigener Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrungen. Als Förderklasse hätten sie schon so manchen fiesen Spruch über sich ergehen lassen müssen. Dies empfand ich als eine sehr ehrliche Basis um über ein solches Thema zu reden. Eine mutige Klasse!

Nun wurden Initiativen gegründet. Ich erteilte den Auftrag, die Schüler*innen sollen sich bitte in kleinen Gruppen zusammenfinden, um Ideen für eine Initiative gegen Rassismus zu entwickeln.

Neben der Anti-Rassismus-Crew wurde auch die Initiative gegen Rassismus gegründet die sich im Allgemeinen gegen Ausgrenzung, Rassismus und Beleidigungen und für mehr Akzeptanz, Toleranz und Courage aussprachen. Na, dann an die Arbeit! Ich danke den Schüler*innen der Stufe 8-9 und Frau Haimerl für die beiden Tage und wünsche eine gewaltfreie Schulzeit!