Aktuelles, Pressemitteilung

Jüdische Gemeinde Düsseldorf zeichnet Z(w)eitzeugenarbeit aus

HEIMATSUCHER e.V. erhält für Arbeit gegen Antisemitismus und Rassismus renommierte Josef-Neuberger-Medaille.

Düsseldorf, 17.10.2017 – Eine besondere Premiere für die Ehrenamtlichen von HEIMATSUCHER e.V.: Für die Arbeit mit Überlebenden des Holocaust wird der Verein erstmalig von einer jüdischen Institution ausgezeichnet.

Am 19. Oktober 2017 verleiht die Jüdische Gemeinde Düsseldorf mit einem Festakt in ihren Räumlichkeiten dem Verein die Josef-Neuberger-Medaille. Damit darf sich HEIMATSUCHER e.V. in eine Liste illustrer Preisträger eintragen, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Toten Hosen.

Für HEIMATSUCHER e.V. nimmt Katharina Spirawski den Preis entgegen. »Die Josef-Neuberger-Medaille zu erhalten, ist für uns alle eine große Ehre. Unser stetiges, jahrelanges Engagement gegen Antisemitismus wird damit öffentlich von einer jüdischen Institution wertgeschätzt«, freut sich die dritte Vorsitzende des Vereins.  »In Zeiten, in denen Rechtspopulisten wieder öffentlich Bevölkerungsgruppen ausgrenzen und ihre Parolen Anklang finden, hat unser Einsatz noch einmal an Bedeutung gewonnen. Diese Auszeichnung bestätigt uns, unsere Arbeit tatkräftig fortzusetzen.«

Für den Verein ist es nicht die erste Ehrung: Das Konzept, selber als Zweitzeugen die Geschichten von Schoah-Überlebenden in Schulen und bei Ausstellungen zu erzählen und junge Menschen zu weiteren Zweitzeugen auszubilden, ist bereits mehrfach ausgezeichnet worden. 2016 erhielten die Ehrenamtlichen unter anderem den »start social«-Sonderpreis der Bundeskanzlerin und den Zukunftspreis der Israelstiftung in Deutschland. Seit dem 1. August 2017 ist Katharina Spirawski, eine der geschäftsführenden Vorsitzenden, für HEIMATSUCHER e.V. Stipendiatin der Robert-Bosch-Stiftung.

HEIMATSUCHER e.V. ist das Zweitzeugenprojekt in Deutschland: Persönliche Erzählungen von Schoah-Überlebenden machen Geschichte nachfühlbar und die Bedeutung für das eigene Leben greifbarer. Doch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen werden nicht mehr lange sprechen können. Damit sie zukünftig nicht verstummen, erzählt der Verein als Zweitzeugen ihre Geschichten über das Leben vor, während und nach dem Holocaust in Ausstellungen und Schulklassen weiter und bildet Kinder und Jugendliche zu neuen Zweitzeugen aus.

www.heimatsucher.de

Mit der Josef-Neuberger-Medaille ehrt die Jüdische Gemeinde Düsseldorf (JGD) seit 1991 jedes Jahr Persönlichkeiten und Institutionen, die sich um die Forderung jüdischen Lebens, der Erinnerungskultur an nationalsozialistische Verbrechen und anderen wichtigen Fragen und Themen rund um die jüdische Gemeinde und den jüdischen Glauben verdient gemacht haben. Neben HEIMATSUCHER e.V. wird in diesem Jahr Dr. Jan-Robert von Renesse, Richter am Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, ausgezeichnet.

Pressekontakt: Christina Walther, E-Mail: presse@heimatsucher.de

Pressemitteilung zum Download.