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startsocial = Leidenschaft + Wirtschaft = <3

Das geschieht ja nicht alle Tage: Man macht seinen Briefkasten auf und der geprägte Adler der Bundesrepublik fällt einem in die Hände. Eine Einladung aus dem Bundeskanzleramt. Der Anruf kam zwar schon vor ein paar Tagen – es ist trotzdem etwas surreal.

Aber von vorne:
Eigentlich hatte es ja bereits am 1.7.2015 um 23.59 Uhr begonnen. Eine etwas kurzentschlossene Bewerbung in Teamarbeit schaffte es gerade noch so zur Einreichungsfrist. Rückblickend ist es den teilweise unvollständigen Sätzen wohl anzumerken, dass wir in Zeitnot waren. Die Idee hat dennoch überzeugt und im September kam die Bestätigung: Wir sind Stipendiat*innen!

Startsocial

Große Freude aber keine rechte Vorstellung, was das tatsächlich bedeutet. Beratung von zwei Experten hieß es in der Beschreibung. Auf die beiden waren wir vor allem neugierig, als wir zwischen vielen anderen Stipendiat*innen auf das erste Zusammentreffen warteten. Als sich die Türen zum McKinsey-Konferenzraum öffneten, kam gefühlt die gesamte Führungsetage der Unterstützer*innenunternehmen herein: business casual, überwiegend männlich und über fünfzig. Innerlich gewappnet setzten wir uns etwas gerader hin. Der erste Eindruck zählt ja bekanntlich. Jennifer und Jens – unsere beiden Coaches – entsprachen überhaupt nicht dem ersten Eindruck des Durchschnittscoach. Beide waren zum ersten Mal bei startsocial dabei, senkten drastisch das Erster-Eindruck-Coach-Alter und wir entspannten uns etwas. Doch unsere flammende Rede für den Verein wurde recht schnell mit einem simplen »Ja, das Projekt ist ganz toll. Das glaube ich Euch. Kommen wir zur Sache.« beendet.

Startsocial Stipendiatentag

Leidenschaft trifft Wirtschaft
Diese erste Erinnerung fasst unseren größten Lerneffekt schon sehr gekonnt zusammen. HEIMATSUCHER hat definitiv keinen akuten Mangel an begeisterten Menschen. Doch all die Leidenschaft bringt uns nicht dahin, wo wir hin wollen. Sie erstellt keine schlüssige Finanzplanung und erschwert Gespräche mit denjenigen, die wir so dringend überzeugen müssen. Leider ist so etwas leichter resümiert als in die Tat umgesetzt. Ich möchte an dieser Stelle Jennifer und Jens ausdrücklich für ihre unglaubliche Geduld danken. Die folgenden vier Monate haben sie uns fast jede Woche die gleichen Fragen gestellt: Habt ihr gemacht, was ihr euch vorgenommen habt? Wer war denn verantwortlich? Was wollt ihr als nächstes machen? Ich muss zugeben, es war einfacher vor 30 Viertklässler*innen zu stehen, als den beiden zu berichten. Viertklässler*innen stellen einfach nicht die unbequemen Fragen ;). Unabhängig von unseren großen Zielen (Projektplan, Finanzplan, bessere interne Strukturen) haben die beiden uns zunächst und so nebenher Grundlagen der Zusammenarbeit vermittelt. Wer macht was bis wann? Wir waren vorher kein vollkommenes Chaos. Aber wir waren nur mit einer gemeinsamen Leidenschaft verbunden – ohne konkretes gemeinsames Ziel. Dass Ehrenamt auch verbindlich sein darf, dass es einen klar definierbaren Gegenwert hat und wir entsprechend eine klare Verhandlungsposition vertreten können, wissen wir jetzt. An der Umsetzung üben wir noch. Für ihre Geduld haben wir unsere beiden Coaches mit Produktivität und Qualität überrascht. Nach einem ambitionierten Plan für die Beratungszeit haben wir zielsicher fast jeden Meilenstein ge- und damit ihre Erwartungen immer mal wieder übertroffen. Ich bin auch drei Monate später noch erstaunt, was wir in kürzester Zeit auf die Beine gestellt haben. Zum Einen haben wir dies der unendlich wertvollen Zeit und dem Interesse unserer Coaches zu verdanken. Zum Anderen aber ebenso unserem eigenen Team. Wöchentlich haben sich bis zu sechs Ehrenamtliche die Zeit genommen, um an strategischen manchmal zähen und abstrakten Plänen zu arbeiten. So etwas ist alles andere als selbstverständlich und dass sich jede*r einzelne auf diese Reise eingelassen hat, zeigt, was Leidenschaft alles schaffen kann.

Projektplan Startsocial Ziele

Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin!
Und nun stehe ich hier mit unserem Sahnehäubchen in der Hand. Wow. In meinem Kopf bildet sich automatisch die Merkelraute – ich muss grinsen. Und ich denke an unser Team, an Jennifer und Jens. Verdient denke ich – Danke Euch! Eure Sarah

Startsocial Stipendiatentag Sarah und Rudi