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Verleihung der Josef-Neuberger-Medaille durch die Jüdische Gemeinde Düsseldorf

Josef-Neuberger-Medaille

Der Abend des 19. Oktober 2017 war ein ganz besonderer für HEIMATSUCHER e.V. Uns in eine Riege prominenter Preisträger*innen wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, den ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau und Roman Herzog sowie der Band »Die Toten Hosen« einzureihen erfüllt uns mit viel Stolz. Doch die Auszeichnung mit der Josef-Neuberger-Medaille hat für HEIMATSUCHER e.V. vor allem deshalb eine so immense Bedeutung, da sie direkt von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf kommt. Katharina Müller-Spirawski , 3. Vorsitzende des Vereins, brachte es in ihrer Dankesrede auf den Punkt: »Dass auch in der jüdischen Community die Arbeit von HEIMATSUCHER e.V. für Erinnerung und gegen Antisemitismus so sehr wertgeschätzt wird, bestätigt und beflügelt uns. «

Seit 1991 vergibt die Gemeinde die Josef-Neuberger-Medaille an nichtjüdische Personen, Gruppen und Vereine, die sich um die Belange der jüdischen Gemeinden, der jüdischen Menschen oder des Staates Israel besonders verdient gemacht haben.

Josef Neuberger entkam in der »Reichspogromnacht« nur knapp dem Tod, emigrierte kurz darauf nach Palästina und kehrte Anfang der 1950er-Jahre nach Deutschland zurück.  Er war von 1966 bis 1972 SPD-Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen. Zudem war er Mitglied im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland und Vorsitzender des Gemeinderates und des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf.

Sichtlich ergriffen nahmen die drei Vorsitzenden von HEIMATSUCHER e.V., Sarah Hüttenberend, Ruth-Anne Damm und Katharina Müller-Spirawski , die Medaille entgegen. Mitverantwortlich dafür, dass die Preisträgerinnen zu Tränen gerührt die Bühne betraten, war unter anderem Carina Gödecke, Vizepräsidentin des NRW-Landtags, die das Engagement von HEIMATSUCHER e.V. in ihrer Laudatio mit so bewegenden Worten würdigte, dass auch im Publikum kaum ein Taschentuch trocken blieb.

Der zweite Preisträger des Abends, Jan-Robert von Renesse, hat sich als Richter am Sozialgericht für die Rentenzahlungen von Zwangsarbeitern in Ghettos eingesetzt. Er ließ die Betroffenen selbst zu Wort kommen und sorgte für einen Anstieg der Rentenbewilligungen von vier auf rund 60 Prozent. Wir bewundern sein hartnäckiges Engagement.

Die Auszeichnung mit der Josef-Neuberger-Medaille gibt HEIMATSUCHER e.V. vor allem Motivation, weiter gemeinsam und mit Leidenschaft gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus zu wirken.

Johanna Geuecke, Team Bildungsarbeit