Allgemein, Ausstellungen und Veranstaltungen

Vortrag und Diskussion in Freiburg

Ein kritisches Publikum ist einfach spannend. Und so bleibt mir von dem Vortrag in Freiburg, neben Student*innen, die nach einem langen Unitag noch bis 21.00 Uhr zugehört, mitgedacht und nachgefragt haben vor allem Folgendes im Gedächtnis:  Entsetzen eines Zuhörers über die Abschlussfolie: »Es gibt nur eine Rasse, Menschen.«  Dass nach unserer Arbeit ein Kind das Wort »Rasse« selbst überhaupt noch verwendet, sei sehr bedenklich und mir wurde geraten, die entsprechende Folie nicht mehr zu verwenden.

Ich kann dem Kritiker nur Recht geben. Der Begriff »Rasse« darf nicht ohne Dekonstruktion stehen bleiben. Die spannende Diskussion über einen einzelnen Satz zeigt, wie wichtig unterschiedliche Experten im Kampf gegen Rassismus sind. Ich muss zugeben, dass ich diesen Satz sehr positiv bewertet und eben nicht besonders kritisch durchleuchtet habe.

Die Kritik an unserer Abschlussfolie hat mich zu einer frischen Auseinandersetzung und zu dem Schluss gebracht: Es ist eine super Abschlussfolie. Der Satz »Es gibt nur eine Rasse, Menschen.« schafft es auf unnachahmliche Weise und mit nur sechs Worten, den Begriff »Rasse« gleichzeitig zu verwenden und zu dekonstruieren. Denn indem behauptet wird, dass es nur eine Rasse gebe, wird die Bedeutung des Wortes selbst (die Unterteilung in verschiedene, unterschiedlich bewertete Rassen) aufgehoben. Es stimmt, dass wir, wenn wir über die Schoah sprechen, um eine Diskussion über das Wort »Rasse« nicht umhin kommen. Vielleicht nutze ich zukünftig aber gerade deswegen den Satz von Jule?

Vielen Danke für neue Gedankenanstöße und die Kritik

– Sarah (1. Vorsitzende)