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Was nehme ich mit aus Auschwitz?

Gedenkstättenfahrt Auschwitz HEIMATSUCHER LAKUM

Während der Gedenkstättenfahrt mit dem LAKUM Krefeld und HEIMATSUCHER e.V. ist für mich klar geworden, dass ich Auschwitz nicht begreifen kann. Diese Zahlen, diese Grausamkeit wird für mich niemals begreifbar sein. Es wird nie ganz in meinen Kopf passen und ich würde bei diesem Versuch nur selbst verzweifeln und mich nur selbst kaputt machen. Deswegen bin ich gerne bei mir selbst und frage mich, was kann ich selbst tun, wenn ich es schon nicht verstehen kann? Ich kann fühlen! Ich kann den Ort fühlen und spüren, was der Ort mit mir macht. Ich kann Zeitzeug*innen treffen, ich kann allgemein Menschen dort begegnen, ihnen zuhören und ihre Gedanken und Gefühle auf mich wirken lassen. Ich kann mir Gedanken dazu machen, was ich persönlich tun kann.

Dabei lande ich immer bei einer Stelle aus dem Korintherbrief.

»Seid wachsam. Haltet treu an dem fest, was ihr glaubt. Seid mutig und stark. Alles, was ihr tut soll mit Liebe geschehen.«
(1. Korin. 16, 13-14)

Sie ruft dazu auf, wachsam zu sein, die eigene Umgebung zu beobachten und darauf aufzupassen, was in unserer Welt heute passiert. Sie ruft auch dazu auf, mutig und stark zu sein. Nicht in Verzweiflung und Wut zu bleiben, sondern positiv in die Welt zu schauen und diese Welt mutig und stark mitzugestalten. Im Zentrum dieser Gedanken und Handlungen soll immer die Liebe stehen. Also nicht mit Hass zu reagieren, sondern Liebe zu verbreiten und den Menschen auf Augenhöhe, mit Akzeptanz und Menschlichkeit zu begegnen.

Marina Kauffeldt, Team Interviews

Foto: © Sandra Schulte Diekhoff