Der Verein

Das Zweitzeug*innenprojekt

»Wir, die wir zuhören, können zu Zeugen werden.« Dieses Zitat von Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel trifft den Kern unserer Arbeit. HEIMATSUCHER e.V. ist das Zweitzeug*innenprojekt in Deutschland. Unser Ziel ist es, Lebensgeschichten von Zeitzeug*innen zu dokumentieren und weiterzugeben. Denn durch unsere Gespräche mit den Überlebenden sind wir selbst zu Zeug*innen geworden – zu Zweitzeug*innen. Bislang haben wir die Lebensgeschichten von 19 ZeitzeugInnen festgehalten und arbeiten intensiv daran, weitere Interviews zu führen und aufzuarbeiten. Diese Porträts, die vom Leben vor, während und nach der Schoah erzählen, verdeutlichen, wozu Diskriminierung im Großen wie im Kleinen führen kann. Sie zeigen aber auch, dass es sich lohnt gegen Antisemitismus und Rassismus einzustehen.

Der Name: HEIMATSUCHER

Egal wie unterschiedlich die Menschen sind, die wir getroffen haben, egal, welche persönlichen Erfahrungen sie während des Nationalsozialismus gemacht haben und wie sie überlebt haben, sie haben eines gemeinsam: Sie haben ihre Heimat verloren. Sie haben ihre Heimat im geografischen Sinne verloren. Sie haben aber auch das Gefühl von Sicherheit, Zugehörigkeit und Anerkennung verloren. Sie haben überlebt und hatten die Kraft, sich etwas Neues aufzubauen. Sie haben sich auf die Suche nach einer neuen Heimat gemacht. Ob diese gefunden wurde können wir nicht beurteilen, denn der Verlust ist bei allen bis heute präsent und spürbar. Daher unser Name: HEIMATSUCHER. Es ist kein hoffnungsloser Titel, der das Finden einer Heimat ausschließt. Aber es ist ein Titel, der deutlich macht: Es ist nicht alles gut und vor allem es ist nicht abgeschlossen oder vergessen.

Unsere Arbeit

Wir wollen, dass die Geschichten auch in Zukunft nicht vergessen werden. Daher ist Bildungsarbeit für uns besonders wichtig, wenn es darum geht, die Geschichten der Überlebenden weiterzugeben.Wir haben ein didaktisches Konzept erarbeitet, das sich an Schulklassen ab der 4. Jahrgangsstufe richtet. Toleranz oder Diskriminierung erlernt man nicht erst im jugendlichen Alter, sondern von klein auf. Daher ermutigen wir alle Schüle*innen, egal welchen Alters, selbst aktiv zu werden und die (Über)Lebensgeschichten der Zeitzeug*innen kennenzulernen. Des Weiteren haben wir eine Wanderausstellung konzipiert, in der wir die Porträts der Überlebenden vorstellen.

Rückblick

In den ersten vier Jahren unserer Initiative konnten wir in 14 Ausstellungen über 8.000 Besucher*innen von den HEIMATSUCHER-Geschichten erzählen. Darüber hinaus haben wir insgesamt über 2.200 Schüler*innen in Schulklassenführungen und Projektarbeiten erreicht. Unser Ziel ist es, diese Arbeit weiter auszubauen.

08.05.2016: Unser startsocial-Stipendium – ein Rückblick

29.04.-01.05.2016: Teilhabe Wirkungsschmiede – ein Wochenende

22.-24.04.2016: HEIMATSUCHER-Wochenende in Wuppertal

25.02.2016: Google Impact Challenge Finalist

2015: Jahresrückblick

2013: Jahresrückblick

Satzung

Die aktuelle Satzung des Vereins findest Du hier. Sie enthält neben Organisatorischem vor allem die Ziele unseres Vereins und die Ansätze, mit denen wir diese Ziele umsetzen wollen.

Vorstand und Organisation

Sarah Hüttenberend, 1. Vorsitzende;
s.huettenberend@heimatsucher.eu

Ruth-Anne Damm, 2. Vorsitzende;
r.damm@heimatsucher.eu

Katharina Hermes, 3. Vorsitzende;
k.hermes@heimatsucher.eu

Anja Sigesmund, Schatzmeisterin

Ursprünglich 2010 als studentische Initiative gegründet ist HEIMATSUCHER seit 2014 ein eingetragener Verein. Diese Rechtsform ermöglicht es, unsere Arbeitsweise und Aufgabenbereiche in einer dynamischen Hirarchie abzubilden und weitere Engagierte einzubinden.

Aktuell besteht HEIMATSUCHER e.V. aus 103 Mitgliedern, wovon 25 regelmäßig ehrenamtlich aktiv sind. Bisher gibt es keine angestellten Mitarbeiter.

Der Verein ist in acht Teams strukturiert: Organisation, Finanzen, Fundraising, Netzwerk, Kommunikation, Bildungsarbeit, Zeitzeugenarbeit und Ausstellungen. Und in jedem Team freuen wir uns über Unterstützung!

Organigram