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Zweitzeugin sein – Ein Tag mit dem NDR

HEIMATSUCHER NDR

»Es ist beruhigend zu wissen, dass meine Geschichte weitergetragen wird!«, so fasst Erna de Vries ihre Sicht auf die Zweitzeugenschaft von mir, Katharina, zusammen. Und der Kameramann vom NDR filmt fleißig mit. Aufregend war dieser 12.06.2017 für uns, denn ich wurde als Zweitzeugin von Erna de Vries einen Tag lang vom NDR Osnabrück begleitet. Eine große Ehre und ein aufregender Tag.

Bereits morgens durfte ich ein Schulprojekt in der Thomas-Morus-Oberschule in Osnabrück durchführen. Dort erzählte ich die Lebensgeschichte von Erna de Vries, testete ein neues Konzept und wurde dabei von der Kamera begleitet. Die Fünftklässler*innen waren ebenso aufgeregt wie ich, machten ihre Sache aber ganz großartig. Gebannt folgten sie der Erzählung von Ernas Leben, stellten Fragen, machten sich Gedanken und fühlten mit. Sie tauchten ganz tief in die Lebensgeschichte der Auschwitz-Überlebenden ein und versuchten zu verstehen, wie man das Unaussprechliche überleben und danach weitermachen kann.

HEIMATSUCHER NDRDie Fragen und Gedanken der Schüler*innen machten das Schulprojekt zu einem ganz besonderen und dass die Kamera dabei war, vergaßen wir alle schnell. Mit dem Schreiben der Briefe endete ein intensiver Schulbesuch, doch für mich ging es noch weiter. Für die Kamera lief ich mit den Briefen in der Hand aus dem Klassenzimmer und dann aus der Schule und machte mich so auf den Weg zu Erna de Vries nach Lathen.

Diese besuchten wir dann am Nachmittag in ihrem Haus und schnell wurde die Kamera auf sie gerichtet. Ganz professionell antwortete Erna auf die Fragen der Reporterin und als wir dann gemeinsam vor der Kamera saßen, war ich sehr viel nervöser, als die 93-Jährige. Ich las ihr einen Brief aus dem Schulprojekt am Morgen vor und freute mich mit ihr über die schönen Worte der Schüler*innen. Wir schauten in ihr Fotoalbum und sahen Kinder- und Familienfotos an, lachten gemeinsam und aßen Kekse. Immer dabei: das Kamerateam vom NDR. Als ich mich am Abend von Erna de Vries und dann auch vom NDR-Team verabschiedete, war ich so müde wie schon lang nicht mehr. Müde und dankbar: Dankbar für die schöne Zeit in der Schule, die bereichernde Zeit mit Erna und die Möglichkeit einen Beitrag im NDR über HEIMATSUCHER zu platzieren. Wann der Beitrag gezeigt wird, erfahren wir noch. Ich bin gespannt und halte euch auf dem Laufenden.

– Katharina Spirawski, 3. Vorsitzende, Teamleitung Bildung

Nachtrag: Der Beitrag ist jetzt in der Mediathek des NDR verfügbar.