»Blick in die Welt«

Ich sitze im Zug und lese noch einmal die Gedanken der Schüler*innen zu unseren Gesprächen heute:
»Mich beeindruckt das alles eh schon so sehr aber heute habe ich noch ein viel tieferen Einblick bekommen. Das ist wichtig…«, »Es war ja auch schon mal eine Zeitzeugin an der Schule, aber solche Geschichten nochmal anders zu hören ist nochmal ein Tick heftiger. War auf jeden Fall mal gut, sich über sowas Gedanken zu machen.«, »ich finde das einfach krass das sowas nicht vor all zu langer Zeit passiert ist. Heute habe ich vorstellungen davon bekommen wie schrecklich diese Zeit war & ich habe etwas zum weiter erzählen für die Menschheit.«

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Die weite Fahrt von Hannover nach Wertingen hatte sich schon gelohnt, als über Friedas Geschichte bereits eine Diskussion über das »Warum« entbrannte. Warum hat keiner etwas dagegen gemacht? Man hatte doch keine Chance! Aber hatte man keine Chance? Was wussten die Menschen und was hätten sie wissen können? Wir können ja auch nichts gegen den IS tun…
Der Vergleich zu aktuellem Rassismus liegt einfach nahe. Was bringt jemanden dazu, die AfD zu wählen und warum schließen sich auch Menschen aus Deutschland einem Terror-Regime wie dem IS an? Wir kommen auf die gleichen Mechanismen, die wir bereits aus der Geschichte kennen: Das Bedürfnis, dazu gehören zu wollen; Versprechen und die Macht von Gruppen; Angst. Langsam werden auch die ersten Ideen geäußert, was man selbst ganz konkret machen kann. Zum Beispiel widersprechen; Geflüchtete nicht vertreiben, sondern aufnehmen und vor allem Menschen aus dem Abseits wieder in die Gemeinschaft holen. Das sind natürlich große Ziele. Aber am Ende des Tages zeigen die Reaktionen der Zeitzeug*innen auf Kinderbriefe berührend, was einfache Worte bewegen können. Man muss sie nur aussprechen – oder eben aufschreiben.

Liebe Zweitzeug*innen der Montessori-Schule in Wertingen. Es war ein toller Tag bei Euch! Ich freue mich schon auf viele Briefe für Frieda, Ellis, Tibi, Chava und Rolf.

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Was ist HEIMATSUCHER?

Wir von HEIMATSUCHER e.V. interviewen Zeitzeug*innen des Holocausts, dokumentieren ihre Geschichten und erzählen sie dann in Schulklassen und unserer Ausstellung weiter. Der Überlebende Elie Wiesel sagte einmal: »Jeder der heute einem Zeitzeugen zuhört, wird selbst ein Zeuge werden.« Und so sehen wir unseren Auftrag darin, als »Zweitzeug*innen«, (junge) Menschen stark gegen jegliche Art von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu machen. HEIMATSUCHER e.V. ist laut § 78 SGB VIII anerkannter Träger der freien Jugendhilfe.

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