Eliezer Ayalon

Eliezer Ayalon

Eliezer Ayalon wurde in Radon in Polen geboren und verlebte dort eine sehr glückliche Zeit mit seiner Familie, die jedoch mit dem Einmarsch der Deutschen ein jähes Ende fand. 1942, als das Radoner Ghetto aufgelöst wurde, sah der damals 14-jährige zum letzten Mal seine Familie. Seine Arbeitserlaubnis bewahrte ihn damals vor »Treblinka«, nicht jedoch vor den fünf Lagern, darunter auch Plaszow, die er im Laufe des Krieges noch durchleben musste. Heute wacht Elizier jeden Morgen mit dem Blick auf ein kleines Tässchen auf, ähnlich dem voller Honig, das seine Mutter ihm damals zum Abschied mit den Worten gab: Es ist vorbestimmt, dass du ein süßes Leben haben wirst.

»And I am happy with what I am doing. I am passionate about life. I am passionate about people and I am passionate about what I do.«

geboren 1927 in Polen, lebte in Jerusalem, gestorben 2012

Einer Lebensgeschichte wie Eliezer Ayalons kann man nur erschüttert lauschen. Er selbst schildert sie mit einer unglaubliche Ruhe und Gefasstheit in perfektem Englisch. Eliezer ist geübt. Sechs Tage die Woche arbeitet er daran, dass das Geschehene nicht in Vergessenheit gerät. Er hält Vorträge, begleitet Führungen in Yad Vashem und beantwortet Fragen. Seit Eli Wiesel ihm gesagt hat, dass es vorherbestimmt sei, dass er seine Geschichte erzählt, hat er damit nicht mehr aufgehört.

Auch wir durften erfahren, wie wichtig es ist, dass die Überlebenden der Schoah nach den vielen Jahren des Schweigens ebendieses gebrochen haben. Eliezer hat es sich zu einer Lebensaufgabe gemacht. Er steht jeden Morgen auf, das Tässchen auf dem Nachttisch, um gegen das Vergessen zu kämpfen.

Denn es ist etwas anderes, wenn man mit jemanden sprechen kann, der weiß, wie es in einem Lager ist. Wenn man erklärt bekommt, dass man sich schon in der Schlange für ein Stück Brot ausrechnen kann, ob man ein gutes Stück aus der Mitte, oder lediglich ein Endstück bekommt, und dass man sich besser sofort seine Nummer merkt, um den betrunkenen Soldaten am Wochenende keinen Grund für eine spontane Hinrichtung zu geben.

Es ist auch etwas anderes, wenn man jemanden kennen lernt und ein Gesicht mit dem Schrecken verbindet. Am Abend nach unserem Treffen schauten wir uns Steven Spielbergs Film »Schindlers Liste« an. Wir kannten den Film bereits. Aber nach unserem Treffen mit Eliezer kannten wir auch jemanden, der tatsächlich in diesem grausamen Lager gewesen ist: Ein charismatischer, eindrucksvoller Mann, der uns mit freundlichen Augen angesehen hat während er von seiner Zeit im Lager, seinen Träumen und Hoffnungen sprach.

Eliezer Ayalon ist im Jahr 2012 gestorben. Wir möchten mit unserem Projekt seinen Auftrag aufnehmen und seine Lebensgeschichte weiter tragen.

» Hineinlauschen
» Fragen? Schreib Eliezers Zweitzeugin Sarah.

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Was ist HEIMATSUCHER?

Wir von HEIMATSUCHER e.V. interviewen Zeitzeug*innen des Holocausts, dokumentieren ihre Geschichten und erzählen sie dann in Schulklassen und unserer Ausstellung weiter. Der Überlebende Elie Wiesel sagte einmal: »Jeder der heute einem Zeitzeugen zuhört, wird selbst ein Zeuge werden.« Und so sehen wir unseren Auftrag darin, als »Zweitzeug*innen«, (junge) Menschen stark gegen jegliche Art von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu machen. HEIMATSUCHER e.V. ist laut § 78 SGB VIII anerkannter Träger der freien Jugendhilfe.

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