Sarah Hüttenberend, Jennifer Schulz, Philipp Tybus, Ruth-Anne Damm, Katharina Müller-Spirawsk

Sarah Hüttenberend, Jennifer Schulz, Philipp Tybus, Ruth-Anne Damm, Katharina Müller-Spirawski (von links)

Ein Interview mit dem neuen Vorstandsmitglied Philipp Tybus

Seit dem Frühjahr ist Philipp Tybus neues Vorstandsmitglied. Wie er dazu gekommen ist, wie seine Anfänge bei HEIMATSUCHER waren, was er für Ideen mit in den Vorstand bringt und worauf er sich freut, beantwortet er uns in einem ausführlichen Interview:

Wie bist Du auf HEIMATSUCHER aufmerksam geworden und was hat Dich veranlasst, aktiv zu werden?

Von HEIMATSUCHER habe ich das erste Mal während meines Studiums in Heidelberg gehört, als Janika, (mittlerweile) Leiterin von Team Zeitzeug*innen, mir davon erzählte. Sie ist ja jetzt schon einige Jahre dabei; ich war damals noch in anderen Initiativen engagiert, fand aber damals schon die Vision des Vereins toll und seine Entwicklung sehr spannend. 2017 habe ich dann meinen jetzigen Job in Essen angefangen und war bald wieder auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, mich noch nebenher zu engagieren. Da hat Janika dann den Kontakt zu Sarah hergestellt – und es hat wunderbar gepasst, dass zu dem Zeitpunkt u.a. gerade das Team Fundraising aufgebaut wurde. Da konnte ich dann direkt einsteigen.

Wie war Deine erste Begegnung mit dem Team?

Da hatte ich großes Glück: Ein, zwei Wochen nachdem ich »eingestiegen« bin, hat das jährliche Ehrenamtswochenende stattgefunden. Das war natürlich eine sehr schöne Gelegenheit, gleich viele Leute aus dem Verein direkt persönlich kennenzulernen und einzutauchen. Vom ersten Tag an wurde ich herzlich aufgenommen und war direkt Teil des Teams.

Was hast Du bei HEIMATSUCHER seitdem gelernt?

Dass Leidenschaft und Professionalisierung sich nicht ausschließen müssen bzw. wunderbar zusammenpassen. Es ist sehr schön, den Verein von innen kennenzulernen und zu sehen, mit wie viel Herz und Wertschätzung alle dabei sind. Da der Verein in den letzten Jahren so stark gewachsen ist, müssen auch viele Prozesse und Strukturen angepasst werden. Das ist definitiv eine starke Veränderung. Da aber so viele Leute so eng mit HEIMATSUCHER verbunden sind, ist das ein Prozess, bei dem sich hoffentlich alle einbringen können und bei dem sich Expertise und Leidenschaft für die Sache immer ausgewogen die Waage halten.

Hast Du bereits einen »HEIMATSUCHER-Moment«?

Ich würde sagen: sehr viele. Es gibt immer wieder Momente, in denen ich merke (oder es zumindest glaube), den Verein gerade wieder ein Stück besser kennengelernt zu haben; oder mir bewusst wird, wie nah wir uns in unserer gemeinsamen Arbeit kommen und was das für ein schönes Gefühl ist, Teil des Ganzen zu sein. Ich freue mich vor allem auf viele weitere HEIMATSUCHER-Momente mit Menschen aus dem Verein, die ich bisher noch nicht so eng kennengelernt habe!

Was hat Dich dazu veranlasst, für den Vorstand zu kandidieren?

Ich denke mich gerne in Strukturen ein und finde es spannend, diese mitzugestalten. Durch meine bisherigen Aufgaben bei HEIMATSUCHER hatte ich das Glück, einen guten Überblick über den Verein zu bekommen. So ist es nun eine spannende Herausforderung, die Vereinsentwicklung durch die Vorstandsarbeit etwas stärker begleiten zu können – aber auch ein ganz schönes Stück Verantwortung. Es ist von daher sehr beruhigend, auf die Erfahrung vom restlichen Vorstand und allen anderen Engagierten zählen zu können.

Was möchtest Du mit in den Vorstand einbringen?

Einerseits hoffentlich nochmal neue Perspektiven auf den Verein, da ich noch nicht so lange dabei bin wie die anderen. Das kann ja immer helfen beim Hinterfragen von Bestehendem. Und andererseits hoffentlich Erfahrungen aus meinem Job als Projektmanager, die ich auch für die Vorstandsarbeit gut einsetzen kann.

Vor allem möchte und werde ich aber auch viel Neues mitnehmen: Es ist ein wunderbares Geschenk, von Jenny, Kathi, Rudi und Sarah lernen zu können. Die Vorstandsarbeit bringt ja nochmal eine andere Perspektive mit sich, als ich sie bisher hatte. Das ist schon nochmal eine Umgewöhnung, die aber dank der Vier sehr leicht gemacht wird und die mich selbst ebenfalls weiterbringen wird.

Hast Du erste Ideen, Aufgaben oder Projekte, die Du gerne in der nächsten Zeit angehen möchtest?

Im Fokus steht jetzt auf jeden Fall, mich in den Finanzbereich einzuarbeiten, um unsere Schatzmeisterin Jenny darin zukünftig unterstützen zu können. Ihre Erfahrung wird mir da sehr helfen und ich freue mich darauf, den Bereich mit ihr gemeinsam weiterzuentwickeln. Eine spannende Aufgabe ist es auch, gemeinsam mit Vanessa, unserer Teamleiterin Bildung, das Thema Evaluation unserer Bildungsarbeit weiter anzugehen. Es wird aber auch noch etwas dauern, bis ich ganz allgemein in der Vorstandsarbeit drin bin – die nächsten Wochen und Monate werden also sehr spannend und schön.

What is HEIMATSUCHER?

Wir von HEIMATSUCHER e.V. interviewen Zeitzeug*innen des Holocausts, dokumentieren ihre Geschichten und erzählen sie dann in Schulklassen und unserer Ausstellung weiter. Der Überlebende Elie Wiesel sagte einmal: »Jeder der heute einem Zeitzeugen zuhört, wird selbst ein Zeuge werden.« Und so sehen wir unseren Auftrag darin, als »Zweitzeug*innen«, (junge) Menschen stark gegen jegliche Art von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu machen. HEIMATSUCHER e.V. ist laut § 78 SGB VIII anerkannter Träger der freien Jugendhilfe.

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