»Erinnern für die Zukunft« – HEIMATSUCHER e.V. mit dem Zukunftspreis 2016 der Israelstiftung ausgezeichnet

Düsseldorf, 22.11.2016. Der Verein HEIMATSUCHER e.V. erhielt am heutigen Abend den Zukunftspreis 2016 der Israelstiftung in Deutschland. Mit diesem Preis zeichnet die Stiftung Initiativen und Menschen aus, die eine besondere Beziehung zu Israel und seinen Bürger*innen haben und sich für das Erinnern an die Ursachen und Folgen des Holocaust einsetzen.

HEIMATSUCHER führt regelmäßig Schulprojekte durch und macht auf diese Weise bereits Kinder ab der 4. Klasse und Jugendliche zu Zweitzeug*innen, wie der Verein sie bezeichnet. Somit werden sie ermutigt, die Geschichten der Holocaust-Überlebenden weiterzutragen. Auch in Ausstellungen und Unternehmen erzählen die jungen Zweitzeug*innen des Vereins aktiv die Geschichten der Holocaust-Überlebenden und setzen sich so gegen das Vergessen und jegliche Form von Rassismus und Diskriminierung ein. Eine Aufgabe, die in einer Zeit stärker werdenden Rassismusses und im Hinblick darauf, dass die Überlebenden selbst irgendwann nicht mehr ihre Geschichte werden erzählen können, immer wichtiger wird.  Mit seinem persönlichen Ansatz in der Bildungsarbeit ist der Verein in der deutschen Erinnerungskultur und Bildungslandschaft einzigartig und wurde im Juni 2016 mit dem start social-Sonderpreis der Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgezeichnet.

»Die Auszeichnung der Israelstiftung in Deutschland ist für uns eine große Ehre. Wir fühlen uns in unserer Arbeit bestätigt und angespornt, gerade weil dieser Preis so selten vergeben wird.«, so Katharina Müller-Spirawski, Vorstandsmitglied des Vereins.

Der Festakt zur Preisverleihung fand im  Landtag NRW statt, zu dem die Landtagspräsidentin Carina Gödecke und die Israelstiftung geladen hatten. Laudatorin war Christina Rau, Witwe des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau und selbst erste Preisträgerin des Zukunftspreises in Deutschland. Noch heute setzt sie sich tatkräftig um  deutsch-israelische Beziehungen ein.

Über HEIMATSUCHER

HEIMATSUCHER e.V. ist ein junges »Zweitzeugenprojekt« mit Sitz in Düsseldorf, das die Geschichten des Holocaust für die Zeitzeugen weiterträgt und im Heute thematisiert. Ursprünglich 2010 als studentische Initiative gegründet ist HEIMATSUCHER seit 2014 ein eingetragener Verein und mittlerweile auf über 70 aktive ehrenamtliche Helferinnen und Helfer mit einem Altersdurchschnitt von 25 Jahren gewachsen. Über persönliche Erzählungen in Schulen und Ausstellungen macht das Projekt Geschichte nachfühlbar und begreifbarer für die nachfolgenden Generationen. Bislang konnte die  Initiative in 16 Wanderausstellungen über 12.000 Besucher erreichen. Darüber hinaus wurden über 3.500 Schüler und Schülerinnen in Klassenführungen und Projektarbeiten eingebunden, die bis heute weit über 1.000 einfühlsame und mutmachende Briefe an die Überlebenden verfasst haben.

Kontakt bei Presseanfragen

Ruth-Anne Damm (r.damm@heimatsucher.de)
HEIMATSUCHER e.V.
Postfach 17 03 11
40084 Düsseldorf
Website: heimatsucher.de Pressefotos

Was ist HEIMATSUCHER?

Wir von HEIMATSUCHER e.V. interviewen Zeitzeug*innen des Holocausts, dokumentieren ihre Geschichten und erzählen sie dann in Schulklassen und unserer Ausstellung weiter. Der Überlebende Elie Wiesel sagte einmal: »Jeder der heute einem Zeitzeugen zuhört, wird selbst ein Zeuge werden.« Und so sehen wir unseren Auftrag darin, als »Zweitzeug*innen«, (junge) Menschen stark gegen jegliche Art von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu machen. HEIMATSUCHER e.V. ist laut § 78 SGB VIII anerkannter Träger der freien Jugendhilfe.

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