Henny Brenner

Henny Brenner wurde 1924 in Dresden als Tochter eines protestantischen Vaters und einer jüdischen Mutter geboren. Sie hatte eine behütete und glückliche Kindheit. Doch das änderte sich schlagartig mit den nationalsozialistischen Rassegesetzen. Mit 16 Jahren wurde sie zur Zwangsarbeit verpflichtet und durch das Tragen des Judensterns wurde sie täglich zur Zielscheibe von Spott und Schikane.

Im Februar 1945 erhielt auch sie den Deportationsbescheid – zusammen mit ihrer Mutter. Doch in der Nacht vor der Deportation bombardierten die Alliierten Dresden. Die Kulturstadt stand in Flammen, Zehntausende Menschen starben. Aber für Henny und ihre Eltern war es die einzige Chance zu entkommen. Sie versteckten sich monatelang in einem leer stehenden Haus.

Nach dem Krieg kämpfte sich Henny Brenner zurück ins Leben. Antisemitismus begegnete ihr auch im Nachkriegsdeutschland immer wieder. Die Nazis waren noch da. Darum spach Henny in Schulen, schrieb Bücher – gegen das Vergessen.

»Jeder hatte einen kleinen Koffer in der Zeit, das Fluchtgepäck. Da hatten ein paar Schuhe drin, bisschen Wäsche. Ich nicht, ich hatte ’nen Buch drin, was ich gerne hatte und Fotos.«

Henny Brenner

Das Interview

Henny Brenner haben wir als eine sehr leidenschaftliche, witzige, kluge und herzliche Frau kennengelernt, die sich mit all ihrer Kraft dafür einsetzt, dass wir jungen Menschen ein friedliches Leben führen können. Die heute 90-Jährige hat sehr viel erlebt, was die meisten von uns um jeden Preis vergessen würden.

Henny Brenner hätte jedes Recht, vom Holocaust nichts mehr hören zu müssen. Und trotzdem stellt sie sich dem. Obwohl allein das Darüber-Reden sehr schmerzhaft ist und alte Wunden aufreißt. Doch Henny Brenner mutet sich das alles zu. Die 90-Jährige ist von einem Wunsch beseelt: Dass ihr das, was ihr die Nazis angetan haben, nicht umsonst widerfahren ist, dass wir es heute anders machen und nicht die Augen verschließen vor Unrecht, vor Ausgrenzung und Vertreibung, egal unter welchem Namen. Henny sprach darum auch in Schulen, schrieb Bücher – gegen das Vergessen. Gegen „Wir haben ja nichts gewusst“. Für ein „Niemals wieder“.

Henny Brenner hat sich vor ihrer Flucht dafür entschieden lieber die Fotos aus ihrer Kindheit und Jugend mitzunehmen statt den Platz für praktische Sachen zu nutzen. 

Die Bilder haben bis heute eine sehr große Bedeutung für Henny. Sie halten ihre Erinnerung an viele verstorbene Familienmitglieder und Freunde wach.

Auf unserem Kommentarbild zeigt Henny uns gerade ein Foto von ihrem Vater aus der Zeit vor dem Krieg. Sie sagt, dass er ihr sehr viel Kraft gegeben hat. Obwohl er selbst kein Jude war, hat er auch während der Zeit der Verfolgung immer zu ihr und ihrer Mutter gehalten.

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