Warum jede*r ein Praktikum in Hannover machen sollte…

Sophies Praktikumsbericht (vom 19.09.-01.10.2016)

»Hannover? Wieso machst du denn dein Praktikum in Hannover?«, das war die Standardfrage, wenn ich erzählte, dass ich mein Professionalisierungspraktikum bei HEIMATSUCHER in Hannover machen würde.

»Und was machst du da dann so?«, lautete stets die nächste Frage. Tja, so genau konnte ich mir das vor meinem Praktikum auch nicht vorstellen. Bisher hatte ich nur Praktika im schulischen Bereich absolviert, zur Arbeit in einem Verein hatte ich eher ein vages Bild vor Augen.

Aber es ging schon mal gut los… In Sarahs wunderschöner Wohnung hatte ich sogar ein eigenes Zimmer und es gab eine SUPERKaffeemaschine. Da stieg die Arbeitsmotivation schier ins Unermessliche 🙂

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Was natürlich an erster Stelle stand, waren die Fragebögen für die Evaluation des didaktischen Programms. Um die richtig gut hinzubekommen, war eine Menge Computerarbeit notwendig. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen: Fertige Evaluationsbögen für 4.-5. und 6.-8. Klassen. Und zwar in mehrfacher Ausfertigung… Für davor, direkt danach und drei Wochen später. Und das für die Klasse, die das Programm macht und für zwei Kontrollgruppen… Das hat natürlich schon mal eine Weile gedauert. Aber wir haben es uns so gemütlich wie möglich gemacht, während wir am Computer saßen!

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Gleich am Anfang waren wir auch noch einen Tag unterwegs, bei einem Workshop von den Maltesern in Hamm zum Thema »Personalführung« (was für mich natürlich auch sehr interessant war… kann man als Lehrkraft je genug dazu wissen?). Außerdem wahnsinnig interessant waren die Menschen, die ich dort kennenlernen durfte und die von so absolut coolen Projekten wie Kuchentratsch und Villekulla kamen und von ihren Erfahrungen und Zielen berichteten.

Am Samstag der ersten Woche besuchten wir eine Tagung zum Thema »des ganz normalen Handelns der staatlichen Organe im Nationalsozialismus«. Die fachwissenschaftlichen Vorträge waren sehr spannend, machten mir aber gleichzeitig aber auch noch einmal deutlich bewusst, wie wichtig es ist, dass all dieses Wissen nicht nur in Fachkreisen kursiert, sondern darüber hinaus Eingang in die Schulen und somit zu jungen Leuten findet. Also im Grunde genau das, was HEIMATSUCHER macht.

Was ist noch so geschehen?

Ich durfte bei einem Vorstands-Call und bei einem Teamleiter*innen-Call Mäuschen spielen und Protokoll schreiben. So bekam ich einen ganz guten Einblick in die Strukturen des Vereins und auch in all die Arbeitsbereiche, die dazu gehören.

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Das Highlight des Praktikums war natürlich der Schulbesuch am Ende der zweiten Woche in Hamm, wo wir auch das erste Mal die Fragebögen verteilen konnten. Wie die Klasse mucksmäuschenstill wurde, als die Geschichte von Frieda erzählt wurde, wie sie lauschten und nachfragten und Anteil nahmen… Natürlich versucht man sich das im Voraus vorzustellen, aber so richtig begreifen, kann man es erst, wenn man dabei zusehen kann. Wie die Kinder anfangen zu denken und mitzufühlen und wie sie danach diese wunderschönen Briefe schreiben… das war eine wunderbare Erfahrung!

Sehr passend zum Abschluss meines Praktikums kam die Mitgliederversammlung, bei der ich so viele der Ehrenamtlichen persönlich kennen lernen durfte, von denen ich davor nur gehört hatte. Und gemessen an all den Sitzungen, an denen ich schon teilgenommen habe, war ich ganz positiv überrascht von der locker-produktiven Atmosphäre.

Besonders beeindruckt während meiner gesamten Praktikumszeit haben mich die Menschen, die diesen Verein zu dem machen, was er ist. Noch nie habe ich eine Gruppe erlebt, in der JEDE EINZELNE PERSON so geschätzt und aufgehoben ist und das auch an alle anderen weitergibt. Ob in Vorstands-Calls, bei Workshops, in der Whatsapp-Gruppe oder bei der Mitgliederversammlung, der freundliche Umgangston, der aus Menschen, die sich für das gleiche einsetzen, Freund*innen macht, hat HEIMATSUCHER und auch meine Zeit in Hannover zu etwas ganz Besonderem gemacht. Und dafür möchte ich mich bei allen bedanken, die ich kennen lernen durfte, ganz besonders natürlich bei Sarah, bei der ich in den zwei Wochen wohnen durfte und die mir so viele Einblicke in alle Facetten der Arbeit bei HEIMATSUCHER gewährt hat…

Ich freue mich aufs Wiederkommen!

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Was ist HEIMATSUCHER?

Wir von HEIMATSUCHER e.V. interviewen Zeitzeug*innen des Holocausts, dokumentieren ihre Geschichten und erzählen sie dann in Schulklassen und unserer Ausstellung weiter. Der Überlebende Elie Wiesel sagte einmal: »Jeder der heute einem Zeitzeugen zuhört, wird selbst ein Zeuge werden.« Und so sehen wir unseren Auftrag darin, als »Zweitzeug*innen«, (junge) Menschen stark gegen jegliche Art von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu machen. HEIMATSUCHER e.V. ist laut § 78 SGB VIII anerkannter Träger der freien Jugendhilfe.

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