Wirkungsbericht 2018

Wirkungsbericht 2018

Wir sind glücklich und stolz, mit Ihnen unseren diesjährigen Wirkungsbericht (Download: 2,5 MB) teilen zu dürfen. Im letzten Jahr haben wir uns zum ersten Mal an dieses Format der Darstellung unserer Arbeit gewagt. Ein Jahr später können wir bereits in einem wesentlich umfangreicheren Bericht über tolle Entwicklungen informieren. Um einen Wirkungsbericht zu verfassen, muss man einmal bei der täglichen Vereinsarbeit an- und innehalten. Und das tut richtig gut. Wir stellen fest, wie wichtig es ist, sich in der rasanten Geschwindigkeit unseres Alltags genau diesen Moment des Zurückblickens zu gönnen. Schön ist es, dabei zu erkennen, wie sich unsere Strukturen verfestigt haben und wie dies unsere Abläufe in allen Bereichen professionalisiert hat.

Der Blick in das Jahr 2018 zeigt uns vor allem erst mal eins: HEIMATSUCHER schafft ein kontinuierliches Wachstum. Wir erreichen jedes Jahr mehr Kinder und Jugendliche, arbeiten in mehr Workshops, konnten unsere Magazin-Bearbeitungen beschleunigen und neue Zeitzeug*innen treffen. Auch haben wir 2018 so viele Beschäftigte gehabt wie in keinem Jahr zuvor. Damit konnten wir neue Strukturen bilden und verstetigen, unsere vielen Ehrenamtlichen besser betreuen und sie in ihrer individuellen Entfaltung und Arbeit für die Vereinsziele unterstützen. Diese Entwicklung ist für uns etwas ganz Besonderes.

Gestartet als rein ehrenamtliches Projekt, sind wir nun zu einem funktionierenden Sozialunternehmen und so von einem ehrenamtsgetragenen zu einem ehrenamtsermöglichenden Verein geworden. Um dies in der Zukunft weiterhin beizubehalten und auszubauen, haben wir 2018 insbesondere auf Nachhaltigkeit gesetzt und unsere interne Infrastruktur fest im Blick behalten. Denn uns war schon immer wichtig, gesund zu wachsen, einen Schritt nach dem anderen zu tun und unsere Ressourcen nicht zu überlasten. So haben wir auch unsere Unternehmenskultur in den Blick genommen und reflektiert. Für uns ist daraus für die kommenden Jahre die Aufgabe erwachsen, eine transparente Kultur im gesamten Verein zu etablieren.

Neben unserem Wachstum und der wunderbaren Arbeit all unserer Teams waren Vorstandselternzeiten 2018 ein spannendes und prägendes Thema. Ruth-Anne und Katharina haben 2018 Auszeiten für ihren gesunden und fröhlichen Nachwuchs genossen, Sarah und Jennifer gehen im Jahr 2019 in kleinere Pausen für unsere jüngste Generation der Zweitzeug*innen. Diese Veränderungen in unseren Leben haben natürlich auch Veränderungen für den Verein bedeutet und uns gezeigt, wie eingespielt wir in unserer Vorstandsarbeit mittlerweile sind. Denn diese Pausenzeiten haben wir als Chance und nicht als Hindernis wahrgenommen: Leitfäden wurden erstellt, Aufgaben nachhaltig übergeben und damit ein Wissenstransfer angeregt, der ohne Elternzeiten wohl nicht in dieser Intensität in Gang gekommen wäre.

Diese Entwicklung empfinden wir als sehr positiv und sind dankbar, dass es jungen Frauen in unserem Team ermöglicht wird, sowohl Familie als auch Karriere miteinander in Einklang zu bringen. Im Vergleich zum Vorjahr stellten wir auch 2018 fest, dass der Bedarf, sich gegen jede Form der Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit einzusetzen, weiterhin von absoluter Wichtigkeit und Notwendigkeit geprägt ist. Die Instrumentalisierung für rechtsradikale Denkweisen ist leider allgegenwärtig. Gefährliche Stereotypen, Vorverurteilungen und diskriminierende Stammtischparolen haben Einzug in unsere Gesellschaft gehalten und werden von sehr fragwürdigen Parteien im Deutschen Bundestag leider stetig mit Leben gefüllt. Hier können und wollen wir nicht ruhig sein! Und es macht uns Mut, dass wir nicht alleine sind. So sehen wir nicht nur die negativen rechtsgeprägten Tendenzen in der Gesellschaft – wir sehen auch Tausende von Menschen und Organisationen, die auf die Straßen gehen und sich gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit stark machen.

Tagtäglich sehen wir durch unsere Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, was wir bei ihnen bewirken können und wie sie zu starken, überzeugten Zweitzeug*innen werden, die die Wichtigkeit von Zivilcourage und Demokratie erkennen und sich dafür einsetzen. Das macht Mut und Hoffnung!


»Keine Nation kann sich ihre Geschichte aussuchen oder sie abstreifen. Geschichte ist die Voraussetzung der Gegenwart − und der Umgang mit ihr ist die Grundlage der Zukunft jedes Landes.«

Dr. Wolfgang Schäuble, Präsident des Deutschen Bundestages

Im Sinne dieser Worte erkennen auch wir unseren Auftrag und wollen zu aktiven Mitgestalter*innen der Zukunft werden. Unser Umgang mit unserer Geschichte hat uns zu Zweitzeug*innen werden lassen und damit konnten wir eine Bewegung in Gang bringen. Unsere Visionen streben nach deutlich mehr Zweitzeug*innen, aber der Weg ist bekanntlich das Ziel, und so teilen wir hier mit Ihnen unsere Ergebnisse des Jahres 2018 und sehen sie als Ansporn: Wir freuen uns darauf, diese Bewegung der Zweitzeug*innen weiter zum Wachsen zu bringen! DANKE, dass Sie uns dabei so treu zur Seite stehen! Wir hoffen, dass Sie sich uns auch in Zukunft anschließen und uns unterstützen. Denn nur mit Ihrer Hilfe können wir Ergebnisse wie im vergangenen Jahr erzielen und in Zukunft weiter anstreben und ausbauen.

Herzliche Grüße

Sarah Hüttenberend, Katharina Müller-Spirawski, Ruth-Anne Damm und Jennifer Schulz

This form type is not available for selected form

Was ist HEIMATSUCHER?

Wir von HEIMATSUCHER e.V. interviewen Zeitzeug*innen des Holocausts, dokumentieren ihre Geschichten und erzählen sie dann in Schulklassen und unserer Ausstellung weiter. Der Überlebende Elie Wiesel sagte einmal: »Jeder der heute einem Zeitzeugen zuhört, wird selbst ein Zeuge werden.« Und so sehen wir unseren Auftrag darin, als »Zweitzeug*innen«, (junge) Menschen stark gegen jegliche Art von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu machen. HEIMATSUCHER e.V. ist laut § 78 SGB VIII anerkannter Träger der freien Jugendhilfe.

Du möchtest unser Projekte gerne unterstützen?

Es gibt viele Wege uns zu helfen und eine tolerante Gesellschaft mitzugestalten: Hilf uns

Spenden